Trendsportarten – ein Benefit für Triathleten?!

Trendsportarten – ein Benefit für Triathleten?!
Matteo's Einstieg in die Gravel Szene

Schön das sich immer wieder neue Sportarten etablieren. Das freut nicht nur die Sportartikelhersteller um neu Waren verkaufen können, sondern auch mich als Trainer.
In den letzten Jahren erfreut sich da zum Beispiel das Laufen im Gelände einer immer größeren Beliebtheit. Beim Radfahren wurde mittlerweile das Mountainbike von hippen Gravelbike und Crosser abgelöst. Und seit Corona boomt im Winter das Skitourengehen und Langlaufen .

Welchen Einfluss hat da zum Beispiel das Laufen abseits befestigter Straßen auf das „normale“ Triathlontraining.
Nach den ersten Trail- oder Bergläufe werden selbst erfahrene Straßenläufer nicht um einen saftigen Muskelkater umher kommen. An die veränderten Begebenheiten muss sich der Läufer erst herantasten. In den Anstiegen wird besonders die Kraftkomponente des Beinabdrucks gefordert. Aber auch der Oberkörper muss mehr tun um die Vorwärtsbewegung durch eine kräftige Armarbeit zu unterstützen besonders wenn man mit Stöcken läuft.
Beim Bergablaufen, wird die Stabilität der Sehnen und Bänder (in Knie und Sprunggelenk) extrem gefordert und beansprucht. Da solle man auf den ersten Touren nicht übertreiben. Auch die Motorik (hohe Schritte, Sprünge, Unebenheiten) ist für „verwöhnte“ Straßenläufer erstmal eine Herausforderung. Zusätzlich muss auch der Rumpf ständig die unstabile Laufbewegung ausgleichen. Eine gute Koordination ist gefragt.
All diese neuen Reize wirken sich absolut positiv auf die Laufleistung im Triathlon aus und bringen neuen Schwung ins Training.  Aber bitte – easy starten, ansonsten droht Überlastungs- und Verletztungsgefahr.

Für das Graveln oder Crosserfahren gilt das Gleiche. Während die Triathleten versuchen die komplette Radstrecke in optimierter aerodynamischer Haltung auf dem Zeitfahrrad zu verharren, sind im Gelände andere Anforderungen gefragt. Fahrtechnik, Beherrschung des Bikes, Anpassung des Fahrverhaltens an das Gelände sowie an den Untergrund und die äußeren Bedingungen. Da heißt es raus aus der Komfortzone! Kurze Antritte im Stehen, Oberkörpereinsatz (ziehen am Lenker bergauf), Stöße und Unebenheiten ausgleichen bergab und dabei ein ständiges Schalten um den optimalen Gang parat zu haben. Genau diese Fertigkeiten, bei denen viele Triathleten Defizite aufweisen. 🙈
Somit ein perfektes Radtraining für Triathleten in der Übergangszeit! Jedoch je näher die Wettkämpfe kommen, sollte der Sportler sich wieder an die klassische Zeitfahrposition gewöhnen.


Auch mein Cyclist Matteo, hat diesen Winter das Gravelbiken für sich entdeckt. Da er täglich mit dem Rad in die Arbeit pendelt ist er „unerschrocken“ was äußere Bedingungen anbelangt. Beste Voraussetzungen für sein erste Gravelrennen im März. Beim „Ostalb Gravel“ am 15.03.26 mussten knapp 60 km und 900 Hm im Gelände absolviert werden. Matteo schaffte die Strecke in 2h17min. und fuhr bei seiner Off-Road Debüt auf Anhieb auf Platz 78 von 451 Teilnehmern. Eine rundum gelungener Auftakt, bevor Mitte April der ersten Radmarathon für Ihn anstehen.
Bis dahin - Kette rechts!

Starke Leistung von Matteo und Eduard beim Ostalb Gravel