Auf der Achterbahnfahrt bis Zell am See
Das vorangige Ziel von Christine lautete, ihre bestehende Mitteldistanzzeit von 6h20m beim 70.3 Zell am See aus dem Vorjahr zu unterbieten. Die Vorbereitung über den Winter lief gut und es zeigte sich schon beim Rollentraining, dass ihre Stärke beim Radfahren liegt. Schwimmen war technisch auch sehr sauber, nur am Selbstbewustsein im Freiwasser und an der Temposchraube konnte noch gedreht werden. Laufen - solide und mit Luft nach oben. So die Ausgangslage bei Ihrem Coachingstart 2025.
Was nicht eingeplant war in der Vorbereitung, war ein zäher Keuchhusten der sie im Februar fast für 6 Wochen außer Gefecht setzte. Fleißig erarbeitete sie sich nach der Genesung wieder den Leistungslevel den sie bereits vor dem gesundheitlichen Trainingsstop erreicht hatte. Schade, aber kein Problem, ihr A Wettkampf stand sowieso erst Ende August an.
Bei der Generalprobe, der olymischen Distanz in Landshut, lief es richtig gut. Sogar ein Stockerlplatz sprang raus. Die Formkurve passt und die Mitteldistanz konnte kommen - und kam auch. Aber leider auch 14 Tage vor dem Rennen ein fieser Hexenschuss. Christine versuchte bei Arzt, Orthopäden und Osteopaten schnelle Hilfe zu finden. Ausgerechnet jetzt musste ihr der Rücken einen Strich durch ihr Vorhaben machen.

Wir beschlossen auf "Mut zum Nichtstun" zu setzten. Was vorher nicht trainiert wurde kann jetzt in den letzten 2 Wochen auch nicht nachgeholt (und verloren) werden. Vielleicht klappt es doch noch mit einem Start wenn die Hexe zeitnah "verschwindet".
Zur Ablenkung unterstützte sie das Wochenende vor Zell am See noch als Edelsupporterin ihren Freund beim Allgäu Triathlon. An Sport war in diesen Tagen für Sie absolut nicht zu denken. Aber anfeuern geht immer.
Die Anreise nach Zell am See war fix, da nicht nur Christine sondern auch Freunde von ihr und vor allem die Kinder ihrem ersten Triathlon entgegen fieberten.
Somit konnte Christine spontan über Ihren Start dort entscheiden. Sie wollte es versuchen und los ging die Reise ins Ungewisse am Sonntag den 30.08.26 mit einem Rolling Start im Zeller See.
Bereits nach 40 min. stieg Christine aus dem Wasser. Scheinbar hat das Freiwassertraining direkt neben einer Wakeboardanlage ihr Selbstvertrauen im Wasser eingebracht. Wunderbar, denn jetzt kommt ihre Lieblingsdistziplin das Radfahren.

Besonders auf Strecken mit Höhenmetern kann sie Ihren Trumpf (das Watt pro Kilogramm Verhältnis) voll ausspielen. Und das tat sie. Sie ging offensiv auf die Radstrecke und kam bereits nach 3h:05 min. - NP 156 Watt und einem 29er Schnitt in T2 an.

Und jetzt begann das GROßE?. Kann Sie laufen oder muss sie so gut im Rennen liegend DNF geben?
Sie lief. Wenn auch etwas vorsichtig/verhalten und natürlich nicht in dem Tempo das sie eigentlich anschlagen hätte können. Egal, sie zog den Halbmarathon in 2h:09m durch und konnte sie ihre Gesamtzeit von 2025 um 13 Minuten unterbieten. Platz 13 von 45 der AK und das trotz körperlicher Beeinträchtigung.

Eine tolle Leistungsentwicklung von Christine trotz der vielen Auf- und Ab's in der Vorbereitung und leider auch noch in ihrem Hauptrennen. Aber nächstes Jahr wird alles anders und die Revance wird kommen - versprochen.
Und ihre Schwester hat sie auch gleich mit den Triathlonvirus infiziert.
