Das Allgäu, unendliche Weiden… !
...und unendliche Leiden - aber nicht für Lydia. 😂
Ein von Lydia verfasster Wettkampfbericht.
Als ich von einer Bekannten vom Allgäu-Triathlon hörte, war ich sofort begeistert. Ein Triathlon in meiner Heimat. Kuhsteig, Kalvarienberg und Kult seit 1985! Und so ließe ich mich als Helferin 2025 eintragen, denn als Helfer bekommt man für das darauffolgende Jahr gesichert einen Startplatz. Wenige Wochen danach meldete ich mich für 2026 für die Mitteldistanz an und damit startete das Abenteuer !
1,9 km Schwimmen im wunderschönen Alpsee, 92 km Radeln mit 1400 Hm und 20 km Laufen mit dem legendärem Kuhsteig. Ich wollte mir keine feste Zeitvorgabe setzen, aber ich wollte für mich das Beste herausholen. Mitte November starteten die Vorbereitungen und weil ich gar nicht so viel Plan hatte, wie ich richtig trainiere, googelte ich nach einer Trainerin in München und stieß dabei auf Tina. Ohne viel nachzudenken heuerte ich Tina im Dezember an, als sie mir mitteilte, dass ein Platz frei ist! Ab dann bekam ich bequem meinen Trainingsplan per App reingespielt mit den optimalen Trainingsbereichen, Schwellenwerte etc. Und so trainierte ich von Dezember bis August immer mit dem Ziel vor Augen:
Classic Distanz beim Allgäu Triathlon!

Und als dann am 23. August morgens um 5:15 Uhr der Wecker klingelt, war es soweit: Race Day! Und so radelten wir, meine Vereinskolleginnen Verena und Anja, um 6:30 Uhr bei gerade aufgehender Sonne und versprochenem Kaiserwetter Richtung Startlinie. Wir checkten die Räder ein, gingen alle noch mal Angstpippi machen und zwängten uns in unsere Neos. Bei 7° Außentemperatur waren die 21° im Wasser regelrecht warm. Als erstes
starteten die Frauen um in ihren lila Badekappen. Und als dann um 7:45 Uhr der Startschuss fiel, die Bengalos gezündet wurden und die lila Rauchschwaden über den See zogen, war das Rennen gestartet!

Ich versuchte meinen Rhythmus zu finden und ohne Stress durch zu kraulen. Die Strecke hat einen kurzen Landgang, dort warteten schon die Allgäuer Alphornbläser und etliche Zuschauer, die uns kräftig anfeuerten. Vom Schwimmausstieg, wo ich noch kurz meine Mama sah und ihr einen guten Morgen wünschte, war es doch eine relativ weite Strecke zu Laufen in die Wechselzone. Dann ging es auf die Radelstrecke: 2 × 42 Kilometer mit in jeweils 700 Höhenmetern. So langsam stand auch die Sonne am Himmel und auf der ersten
Runde suchte ich noch meine Rennmotivation… Nach einer ersten Runde, die etwas langsamer als geplant war, fand ich diese auch und versuchte dann in der zweiten Runde noch mal alles zu geben. Und in dem zweiten Runde am Ortsausgang von Immenstadt am Kalvarienberg, der eine stolze Steigung von 16 Prozent im steilsten Abschnitt hat, war wirklich Gänsehaut Feeling angesagt. Dort hatten sich inzwischen so viele Leute eingefunden, dass man durch ein schmales Spalier von hunderten jubelnden Zuschauern fuhr, so mussten sich die Tour de France Fahrer fühlen! Die Stimmung war der Wahnsinn und ich weinte fast vor Rührung. Jetzt hieß es noch einmal 30 km die Wattzahl hochhalten
(„auch in den flachen Passagen und am Berg nie über 160 Watt“), so wie die Trainerin es befohlen hatte ! Der zweite Wechsel klappte dann auch deutlich schneller und ab ging es auf die Laufstrecke! Leider hatte ich vergessen, beim Wechsel meine Fahrradhandschuhe auszuziehen, und so stopfte ich mir diese in die Rückentasche vom Trisuit. Die ersten Kilometer versuchte ich, ohne Druck ein gutes Tempo für mich zu finden. Auf der Laufstrecke lief alles ganz wunderbar, ich führte regelmäßig meine Gels zu und es gab auch spätestens alle 3 km eine Verpflegungsstation, so dass ich genug zum Trinken bekam. Ich konnte mit einem recht stabilen Tempo, welches natürlich an den Anstiegen etwas ausgebremst wurde, die 20 km durchlaufen. Die Laufstrecke war insgesamt einfach
ein Genuss, mir tat nichts weh, ich hatte keine Krämpfe, keine Magenkrämpfe, kein Seitenstechen! Gefühlt hätte ich einfach noch ewig weiterlaufen können! 5 km vor Ende führte die Laufstrecke steil bergauf über den berüchtigten Kuhsteig, ein schmaler, matschiger, von Kühen getretener Trampelpfad, gesäumt von vielen Zuschauern die einen noch einmal kräftig anfeuerten! Und so fiel ich nach 1:53 h laufen überglücklich am Ziel in die Arme von Mitveranstalters Hannes und bedankte mich für diesen tollen Tag. Stolz bekam ich die Medaille um den Hals gehängt! Nie hätte ich ein Jahr vorher gedacht, dass ich hier so locker durch spaziere. Dafür danke ich ganz herzlich meiner Trainerin Tina! Mit einer
Gesamtzeit von 6:16 h wurde ich 9. in meiner AK (von 27) und bin wirklich mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.
