Innsbruck Alpine Trailrun Festival

Innsbruck Alpine Trailrun Festival

Der Auftrag von Flora an mich lautete eigentlich sie für ihre erste Langdistanz 2026 vorzubereiten. Kein ganz leichtes Projekt das umfangreiche Training mit ausreichend Regeneration an ihren Schichtplan anzupassen. Aber es läuft echt gut.
Wobei wir schon beim Thema wären – es läuft. Nach dem vielversprechenden Start in der Winterlaufserie (mit Platz 2 der AK) hatte sich Flora ein weiteres Laufabenteuer für das Frühjahr auserkoren. Ganz nach dem Motto „nicht kleckern sondern klotzen“. Ein Ultratrail rund um Innsbruck sollte es sein mit dem vielversprechende Name K65 Panoramatrail. Obwohl sie zuvor noch nie einen Marathon gelaufen ist….

5:30 Uhr Startaufstellung für einen langen Tag


Die Vorbereitung lief gut, bis mich zwei Tage vor dem Rennen eine Hiobsbotschaft von Flora erreichte. Sie hatte auf dem Weg zur Arbeit einen Radsturz und zog sich Abschürfungen und Prellungen an Hüfte und Ellenbogen zu. MEINE Nerven! Ein Start war fraglich. Ich konnte nur an ihre Vernunft plädieren ggf. das Rennen abzusagen oder ab zu brechen wenn es die Verletzung oder die Gesundheit nicht zuließe. Schließlich ist SIE die Ärztin.

Probieren wolle sie es auf alle Fälle und sehen ob und wie es läuft. Gebannt schaute ich immer wieder auf den Livetracker des Rennens.
Sie läuft 😅 - sie läuft immer noch 😀 - sie läuft richtig gut 🤩

Flora in ihrem Element


Zum Rennverlauf: Üblicherweise hat Flora beim langsamen Laufen und auf den ersten Kilometern immer Schienbeinschmerzen die sich im Laufe der Zeit in Luft auflösen. So auch beim Wettkampf. Die lädierte Schulter und gezerrte Trizeps vom Radsturz verursachte nur beim Stockeinsatz Schmerzen aber lt. Flora „nichts Einschränkendes“. Ihre Fueling Strategie ging voll auf -  bei jeder Verpflegungsstation (ca. 10km) gabs 1l Flüssigkeit mit Malto, Elekrolyt plus ein Gel als Snack zwischendurch. Sogar den Kaiserschmarrn am Bergisel lies sie links liegen. Bis Kilometer 50 hat sie sich über ihre immer noch guten Beine gewundert. Dann setzte langsam die Müdigkeit ein, die sie erfolgreich mit einem Koffeingel bekämpfen konnte. Nur der letzte Anstieg sowie der letzten flachen Kilometer ins Ziel „war die Hölle“, so ihre Worte.
Mit einer fabelhaften Zeit von 9h37 min. finishte sie schließlich ihren ersten Ultralauf und wurde auf Anhieb 44te der AK (von 136) und gesamt 57te Frau. Was für eine beeindruckende Leistung. Einfach unkaputtbar das Mädel.

Geschafft


Spoiler: Ich werde Flora in Zukunft „Heidi“ nennen, denn ihre Welt sind die Berge. Weitere crazy Ideen sind bereits in Planung. Die Langdistanz kommt dann vermutlich so "zwischendurch".

Recovery für das nächste Projekt