Ironman Hamburg 2026

Ironman Hamburg 2026
Ready to rumble - Elke und Julia vor dem Check in

Zwei meiner Sportlerinnen hatten sich den Ironman Hamburg als sportlichen Höhepunkt für 2026 ausgesucht. Für Julia sollte es ihre Prämiere auf der langen Triathlondistanz werden. Obwohl das Projekt im Januar knapp vor dem Scheitern stand, denn Julia verletzte sich bei Skifahren an der Schulter. Die Folge, einige Wochen war weder Laufen noch Schwimmen möglich. Dennoch wollten wir die Entscheidung den IM eventuell doch zu canceln erst nach dem Trainingslager in Mallorca treffen. Die 2 Wochen im März auf der Insel verliefen überraschend gut, auch wenn an ein Schwimmen noch nicht zu denken war. The show must go on. Und so stand Julia schließlich am 07.06.26 in Hamburg am Start ihres ersten Ironmans. Ohne vorher jemals einen Marathon gelaufen zu sein und mit nur insgesamt 10 Schwimmkilometer in 2026 (davon 1,5 km im Freiwasser mit Neo). Also von Übertraining weit entfernt.

Elke hingegen ist schon ein „alter Hase“ auf der Langstrecke. Nach bisher drei gelungenen Finish in Roth (2019 - 12h:02m / 2022 – 11h19m / 2024 – 11h:38m) sollte es zur Abwechslung ein Start in Hamburg sein. Die Vorbereitung lief gut, jedoch verweigerte meine Athletin Elke jegliche Leistungstests, was es für mich die Trainingssteuerung nicht leichter machte. Vielleicht liegt es am verflixten siebten Jahr das ich bereits mit ihr zusammenarbeite und mir mittlerweile jegliche Autorität als Coach verloren gegangen ist.😂
Egal ob erfahrene Langdistanzler oder Rookie , die Anspannung, Vorfreude und Nervösität bis zum Start ins „Ungewisse“ wird immer bleiben.
Leider erwartete die beiden in Hamburg ein echtes nordisches Wetter mit Nieselregen und Wind beim Radfahren und Laufen. Los gings aber erstmal in der Binnenalster. Elke sprang kurz vor Julia ins Wasser und benötigte 1h18min. für die 3,8 km Schwimmstrecke. Mit einem kleinen Abstand folgte dann Julia mit einer soliden Schwimmzeit von 1h:24min. Dann folgte ein langer Weg durch die Wechselzone um endlich auf‘s Rad zu kommen.


Der Blick auf dem IM Tracker lies mich dann gleich mal unruhig werden. Elke fuhr den ersten Radsplit 20 km/h und Julia 28 km/h? Messfehler? Defekt?
Die Ursache – Elke wurde beim Radaufstieg von einer Kampfrichterin aufgehalten, weil sie keine Startnummer trug. Im Eifer des Gefechts hatte Elke die Nummer wieder in den Wechselbeutel gesteckt. Mist – zurück in T1 und Startnummer holen. Diese Extrarunde kostete knapp 9 Minuten und wurde auf den Radsplit zugerechnet.
Umso erstaunter war Julia, als sie plötzlich auf der Radstrecke von Elke überholt wurde.

Elke on wheels

Das Radfahren: windig, nass und flach. Gott sei Dank kamen beide ohne Defekt über die 180 km. Ein dickes Lob an das Pacing beider Athletinnen. Sie führen sehr konstant und hielten sich perfekt an die abgesprochenen Leistungsvorgaben. Elke führ einen Schnitt über 30 km/h (5h:53m inkl. Extratour in T1). Julia schaffte die beiden Radrunden in 6h09min. währenddessen sie stets an den noch folgenden Marathon denken musste. Und das große Unbekannte kam jetzt!

Leider erwischte Elke heute keinen guten Lauftag. Sie kämpfte mit lästigen Seitenstechen das trotz Gehpausen einfach nicht aufhören wollte. Es war ihr unmöglich die anvisierte Pace von 5:15-5:25 min./km zu laufen. Solide aber unter ihrem eigentlichen Laufvermögen stand dann eine Marathonzeit von 4h14m zu Buche.
Und wie erging es Julia – die mit vollem Respekt die Laufschuhe zu ihrem ersten Marathon schnürte? Sie lief und lief – konzentriert und unbeeindruckt hielt sie sich auch hier zu 100% an das vereinbarte Pacing und die Verpflegungsstrategie. Angetrieben von ihrem Fanclub und dein Rave-Beats an der Strecke gelang ihr der Marathon in 4h23m. und das in ihrer ersten Langdistanz.


Das vor einem Jahr noch unmöglich geglaubte ist vollendet. Julia finishte nach 12h:16m:11s überglücklich ihre erste und einzige Langdistanz. Zumindest behauptet sie das jetzt.

Noch Power für den Endspurt

Auch wenn es für Elke nicht zu einer neuen persönlichen Bestzeit gereicht hat, die ich ihr so sehr gewünscht hätte. Eine Endzeit von 11h:47m:47s (AK Platz 14 von 41) trotz „9 min. Strafrunde“, widrigen Wetter und Seitenstechen.
Chapeau – You are an Irongirl.
Und beim Triathlon läuft‘s scheinbar nicht so wie beim Fußball. Wenn das Ergebnis nicht passt wird der Trainer gewechselt ;-). Danke Elke für dein langjähriges Vertrauen in mich. Mund abputzen und weiter geht’s.

Beide Mädels gut vorbereitet und fit an den Start gebracht zu haben ist das Eine, sie dann aber gesund und glücklich im Ziel zu haben ist wunderbar und erfüllt mich mit Stolz– genau dafür liebe ich meinen Trainerjob.

Merci an Axel, der als „rasenden Reporter“ Vorort unterwegs war. Er lieferte super Fotos und aktuelle Zustandsberichte von der Strecke. Er harrte „schwerverletzt“ Stunden im Regen aus, feuerte an und legte dabei ordentlich Kilometer zurück.

Das Supporterleben ist hart!




Bald wieder vorbei schauen - Julias Athletenbericht folgt in Kürze